Was ist eigentlich ein Pilzextrakt und warum ist es wichtig, was darin enthalten ist?

Was ist eigentlich ein Pilzextrakt und warum ist es wichtig, was darin enthalten ist?

Matthias Dentler

Im Jahr 2015 sandte der Generalstaatsanwalt des Staates New York Unterlassungserklärungen an einige der weltweit größten Einzelhandelsketten – Walmart, Walgreens, Target und GNC – und verpflichtete sie, ihre Eigenmarken-Pflanzenpräparate aus dem Verkauf zu nehmen. Der Grund: DNA-Analysen zeigten, dass nur 21 % der Produkte das enthielten, was auf dem Etikett angegeben war. Im Fall von Walmart sank dieser Prozentsatz auf 4 %.

Es handelte sich nicht um ein Problem unzureichender Konzentration. Der Inhaltsstoff war schlichtweg nicht vorhanden.

Dieser Fall verdeutlicht etwas, das jeder Verbraucher vor dem Kauf eines Nahrungsergänzungsmittels bedenken sollte: In einer Branche mit laxen Vorschriften und sehr wettbewerbsintensiven Preisen stimmen nicht immer die Angaben auf der Verpackung mit dem tatsächlichen Inhalt überein. Deshalb lohnt es sich, zu verstehen, was wirklich in dem Produkt enthalten ist, das man kauft.


Der ganze Pilz vs. der Extrakt: Das ist nicht dasselbe

Wenn wir von einem ganzen Pilz in Pulverform sprechen, meinen wir genau das: den zerkleinerten und in Kapseln abgefüllten Pilz. Es ist zudem die kostengünstigste Herstellungsvariante, was sich im Endpreis widerspiegelt. Viele uninformierte Verbraucher treffen ihre Entscheidung auf der Grundlage dieser Information. Das Problem ist nicht die Darreichungsform an sich – Pilzpulver hat seinen Platz und seine Tradition –, sondern die Unkenntnis darüber, was man eigentlich kauft. Wer Pulver kauft und dabei glaubt, einen Extrakt zu erwerben, trifft eine Entscheidung ohne die wichtigsten Informationen.

Ein Extrakt konzentriert die bioaktiven Verbindungen durch einen Prozess – mit heißem Wasser, mit Alkohol oder mit beidem –, der die Zellwand aufbricht und sie in einer für den Organismus besser verfügbaren Form freisetzt. Das Ergebnis ist ein Produkt mit einer höheren Wirkstoffdichte und im Allgemeinen einer höheren Bioverfügbarkeit. Es handelt sich um unterschiedliche Formate mit unterschiedlichen Profilen, und sie sollten auf dem Etikett klar voneinander unterschieden werden, damit der Verbraucher eine fundierte Wahl treffen kann.


Die Wirkstoffe: Worum geht es genau?

Jeder Pilz hat seinen eigenen chemischen Fingerabdruck. Die am besten erforschten Inhaltsstoffe bestimmen das Profil jeder Art:

  • Der Reishi ist bekannt für seine Triterpene und Beta-Glucane.
  • Der Löwenmähne-Pilz zeichnet sich durch Hericenone und Erinacine aus.
  • Der Chaga-Pilz enthält Betulin und eine hohe Konzentration an phenolischen Verbindungen.
  • Cordyceps enthält Cordycepin und Adenosin.

Damit diese Verbindungen in einem Produkt in nennenswerter Menge vorhanden sind, müssen sie zunächst im Rohstoff enthalten sein und anschließend korrekt extrahiert werden. Wenn einer dieser beiden Schritte fehlschlägt, kann es sein, dass in der Flasche nur sehr wenig – oder gar nichts – von dem enthalten ist, was das Etikett verspricht.


Das Myzel ist nicht der Pilz

Hier gibt es etwas zu klären, da dies oft zu Verwirrung führt.

Der Fruchtkörper ist der Teil des Pilzes, den wir visuell erkennen: der Hut und der Stiel. Dort konzentrieren sich auf natürliche Weise die bioaktiven Verbindungen.

Das Myzel ist das Netzwerk aus Fäden, das unter der Erde oder im Substrat wächst – der „Wurzel“-Teil des Pilzes. Viele Produkte auf dem Markt verwenden in Getreide gezüchtetes Myzel, da dies billiger und schneller herzustellen ist.

Das Problem hat zwei Aspekte. Der erste ist rechtlicher Natur: Ein Produkt aus Myzel darf in der EU in der Regel nicht vermarktet werden. Der zweite ist subtiler und auf dem Etikett schwer zu erkennen: Einige dieser Produkte weisen scheinbar vernünftige Beta-Glucan-Werte auf, doch diese Beta-Glucane stammen nicht aus dem Pilz. Sie stammen aus dem Getreide, auf dem das Myzel gewachsen ist. Es handelt sich um Beta-Glucane aus Hafer oder Reis, nicht um die typischen Beta-Glucane von Reishi, Chaga oder Löwenmähne. Das Etikett lügt nicht in den Zahlen, aber der Kontext verändert die Bedeutung völlig.

Wie du herausfindest, was du kaufst

Ein guter Extrakt sollte folgende Fragen beantworten können:

  • Stammt er aus dem Fruchtkörper oder aus dem Myzel?
  • Welche Art der Extraktion wurde angewendet?
  • Welche Wirkstoffkonzentration enthält er und woher stammen diese?

Wenn diese Informationen nicht verfügbar sind, ist es schwer zu wissen, was man eigentlich kauft. Und in einem Markt, in dem Produkte schneller zunehmen als die Transparenz, sind diese Fragen der beste Kompass.

Die Trockenextrakte von KeyNaturals enthalten einen QR-Code, der direkt zur klinischen Analyse der Charge führt: welche Inhaltsstoffe enthalten sind, in welcher Konzentration und wie sie gewonnen wurden. Nicht als Verkaufsargument, sondern weil jeder, der sich für die Einnahme eines Produkts entscheidet, das Recht hat, genau zu wissen, was er einnimmt.


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